Stromausfall und Energie

Elektrische Geräte bei Stromausfall sicher unterbrechen: Auf unerwartete Stromrückkehr vorbereitet sein

Bei einem Stromausfall bleiben Schalterstellungen und laufende Programme oft unbemerkt erhalten. Ein gerätebezogener Unterbrechungsplan ordnet deshalb Wärmegeräte, bewegte Geräte, empfindliche Elektronik und unverzichtbare Versorgung nach ihrem Risiko. So lässt sich verhindern, dass Geräte bei der Stromrückkehr unbeaufsichtigt heizen, anlaufen oder gleichzeitig hohe Leistung aufnehmen.

Welche Geräte dürfen bei der Stromrückkehr nicht unbemerkt weiterlaufen?

Wenn der Strom ausfällt, wird ein eingeschaltetes Gerät zwar spannungslos. Seine Schalterstellung, ein laufendes Programm oder ein automatischer Betriebsauftrag kann jedoch erhalten bleiben. Kehrt die Versorgung zurück, kann das Gerät deshalb wieder heizen, sich bewegen oder selbstständig einen Arbeitsablauf fortsetzen.

Das ist vor allem dann gefährlich, wenn niemand mehr mit dem Betrieb rechnet. Eine Herdplatte kann weiterhin auf hoher Stufe stehen. Ein Heizlüfter kann neben Textilien wieder anlaufen. Ein Elektrowerkzeug kann sich bewegen, wenn sein Schalter eingerastet geblieben ist. Zugleich können viele automatisch startende Verbraucher das wiederkehrende Netz belasten.

Die passende Vorsorge besteht deshalb nicht darin, wahllos jeden Stecker zu ziehen. Sie ordnet die Geräte im Haushalt nach vier Fragen:

  • Entsteht beim Wiederanlauf Wärme?
  • Setzen sich Teile in Bewegung?
  • Kann ein unterbrochenes Programm automatisch fortgesetzt werden?
  • Muss das Gerät für eine unverzichtbare Versorgung angeschlossen bleiben?

Aus diesen Antworten entsteht ein kurzer Unterbrechungsplan. Er gilt für frei bedienbare Haushaltsgeräte. Arbeiten am Sicherungskasten, an fest angeschlossenen Leitungen oder an der Hausinstallation gehören nicht dazu.

Wärme, Bewegung und automatische Programme bestimmen die Priorität

Nicht der Anschaffungspreis entscheidet, welches Gerät zuerst unterbrochen werden sollte. Vorrang haben Geräte, deren unerwarteter Betrieb Menschen verletzen oder einen Brand auslösen kann.

Elektrische Wärmegeräte

Elektrische Wärmegeräte wandeln in kurzer Zeit viel Leistung in Wärme um. Dazu gehören unter anderem:

  • Herdplatten, Backofen und mobile Kochplatten
  • Bügeleisen, Heißluftgeräte und Toaster
  • Wasserkocher und Kaffeemaschinen
  • Heizlüfter, Radiatoren und Heizstrahler
  • elektrische Heizdecken und Heizkissen
  • Geräte zur Haarpflege mit Heizelement

War ein solches Gerät beim Ausfall eingeschaltet, sollte es über seine normale Bedienung eindeutig ausgeschaltet werden. Bei einem steckerfertigen Gerät kann zusätzlich der Netzstecker gezogen werden, wenn Steckdose und Stecker trocken, unbeschädigt und gefahrlos erreichbar sind.

Ein berührungsempfindliches Bedienfeld oder eine erloschene Anzeige beweist während des Ausfalls nicht, dass das Gerät nach der Stromrückkehr ausgeschaltet bleibt. Entscheidend sind die Schalterstellung und das in der Betriebsanleitung beschriebene Verhalten.

Geräte mit Bewegung

Bei bewegten Geräten liegt die Gefahr nicht nur im Motor. Werkzeuge, Messer, Rührteile, Pumpen, Walzen oder Lüfterräder können unerwartet anlaufen. Besonders zu beachten sind Geräte, deren Schalter einrasten kann oder die über eine externe Steuerung eingeschaltet werden.

Dazu können gehören:

  • elektrische Hand-, Garten- und Werkstattgeräte
  • Nähmaschinen und andere Geräte mit Fußschalter
  • Küchenmaschinen, Mixer und Schneidgeräte
  • mobile Pumpen und Reinigungsgeräte
  • automatisch gesteuerte Türen, Tore oder Markisen

Solche Geräte sollten ausgeschaltet und, soweit ohne Gefahr möglich, vom Netz getrennt werden. Ein Werkzeug bleibt dabei an seinem Platz. Während des Stromausfalls wird nicht in Schneidwerke, Pumpen oder andere bewegliche Bereiche gegriffen. Die fehlende Netzspannung ist kein verlässlicher Schutz vor einer plötzlichen Stromrückkehr.

Geräte mit Wärme, Wasser und laufendem Programm

Waschmaschinen, Wäschetrockner und Geschirrspüler verbinden mehrere Einflussfaktoren. Sie arbeiten mit Motoren, Wärme, Wasser oder Feuchtigkeit und können je nach Modell ein unterbrochenes Programm fortsetzen, abbrechen oder eine Störung anzeigen.

Ein laufendes Gerät sollte über die vorgesehene Bedienung ausgeschaltet werden. Ob anschließend der Stecker gezogen werden soll und wie ein unterbrochenes Programm später beendet wird, richtet sich nach der Betriebsanleitung. Das Gerät wird während des Ausfalls nicht geöffnet, verschoben oder zerlegt, wenn Wasser ausgetreten ist, ungewöhnlicher Geruch auftritt oder ein anderer Schaden vermutet wird.

Empfindliche Elektronik und große Verbraucher

Computer, Fernseher, Router, Spielkonsolen und andere Geräte mit umfangreicher Elektronik erzeugen meist keine unmittelbare Wiederanlaufgefahr. Sie können jedoch empfindlich auf Vorgänge bei der Spannungsrückkehr reagieren. Wenn ihre Versorgung nicht benötigt wird, können sie über einen erreichbaren Netzstecker oder eine eindeutig zugeordnete schaltbare Steckdosenleiste getrennt werden.

Große mobile Verbraucher wie Heizlüfter und Radiatoren sollten ebenfalls vom Netz genommen werden. Neben dem Brandrisiko trägt dies dazu bei, dass bei der Wiederversorgung nicht zahlreiche leistungsstarke Geräte gleichzeitig starten.

Bedienbare Schalter und Abschaltwege müssen vorher bekannt sein

Im Dunkeln ist nicht der richtige Zeitpunkt, um erstmals nach dem Hauptschalter eines Geräts zu suchen. Manche Geräte besitzen einen gut sichtbaren mechanischen Schalter. Andere werden über Sensortasten, Fernbedienungen, Apps oder Zeitprogramme bedient. Eine Taste kann das Gerät vollständig ausschalten oder nur in einen Bereitschaftszustand versetzen.

Die Betriebsanleitung sollte deshalb vorab drei Punkte klären:

  1. Wie wird das Gerät regulär ausgeschaltet?
  2. Was geschieht nach einer Unterbrechung der Stromversorgung?
  3. Darf und soll das Gerät für längere Betriebspausen über den Stecker getrennt werden?

Für wichtige oder riskante Geräte kann eine kleine Kennzeichnung helfen. Sie sollte nicht in die Technik eingreifen, sondern nur den normalen Bedienweg sichtbar machen, zum Beispiel „Schalter vorne rechts, danach Stecker neben dem Schrank“.

Ein sicherer Abschaltweg muss praktisch erreichbar sein. Ein Stecker hinter einem schweren Schrank oder einer fest eingebauten Maschine ist während eines Ausfalls kein geeigneter Sofortweg. Geräte sollten nicht verschoben werden, um an schwer zugängliche Anschlüsse zu gelangen. Bei fest angeschlossenen Geräten beschränkt sich die Haushaltsmaßnahme auf die normalen, für Nutzende vorgesehenen Bedienelemente.

Beschädigte Kabel, lockere Steckdosen, Brandgeruch, Funken, ungewöhnliche Wärme oder Feuchtigkeit verändern die Lage. Solche Geräte und Anschlüsse werden nicht berührt oder wieder eingeschaltet. Reparaturen und Prüfungen sind Aufgabe einer Elektrofachkraft.

Unverzichtbare Versorgung darf nicht pauschal abgeschaltet werden

Ein Unterbrechungsplan braucht eine zweite Seite. Manche Geräte sollen nach der Stromrückkehr gerade wieder arbeiten, weil sie eine wichtige Dauerfunktion erfüllen. Dazu können Kühlgeräte, bestimmte Heizungssteuerungen, Pumpen, Aquarientechnik oder Kommunikationsgeräte gehören.

Ob ein solches Gerät angeschlossen bleibt, hängt von seiner Funktion, seinem Zustand und den Herstellerangaben ab. Ein Kühlschrank oder Gefrierschrank wird gewöhnlich nicht allein deshalb vom Netz getrennt, weil andere Haushaltsgeräte ausgeschaltet werden. Seine Türen bleiben während des Ausfalls möglichst geschlossen. Die spätere Beurteilung von Kühlgut ist ein eigenes Thema und gehört nicht in den Unterbrechungsplan.

Auch technische Anlagen mit automatischem Betrieb dürfen nicht nach einer allgemeinen Haushaltsliste behandelt werden. Bei Heizung, Lüftung, Pumpen oder Gebäudetechnik muss vorab bekannt sein, ob sie selbstständig wieder anlaufen sollen und wer bei einer Störung zuständig ist. Veränderungen an ihrer elektrischen Versorgung oder Steuerung sind keine Selbsthilfemaßnahme.

Medizinisch notwendige Geräte brauchen einen eigenen Notfallplan

Elektrisch betriebene medizinische Geräte dürfen nicht pauschal ausgeschaltet oder vom Netz getrennt werden. Das gilt besonders, wenn eine Unterbrechung von Beatmung, Sauerstoffversorgung, Ernährung, Überwachung oder einer anderen Therapie gesundheitlich gefährlich werden kann.

Für solche Geräte muss vorab mit der behandelnden Stelle, dem Pflegedienst oder dem Hilfsmittelanbieter geklärt sein:

  • welche interne Akkureserve vorhanden ist
  • wie ein Stromausfall angezeigt wird
  • welche Ersatzversorgung vorgesehen ist
  • wer bei abnehmender Akkureichweite kontaktiert wird
  • ob und wie das Gerät nach der Stromrückkehr kontrolliert werden muss

Der allgemeine Geräteplan des Haushalts darf diesen medizinischen Plan nicht ersetzen. Eine absehbare Unterbrechung einer lebenswichtigen Versorgung ist ein medizinischer Notfall und verlangt die vereinbarten Hilfewege.

Ein gerätebezogener Unterbrechungsplan schafft klare Zuordnungen

Eine kurze Tabelle genügt. Sie sollte nur Geräte enthalten, bei denen der richtige Umgang nicht ohnehin eindeutig ist.

Gerät oder GruppeRisiko bei StromrückkehrHandlung beim AusfallSoll angeschlossen bleiben?Prüfung vor Wiederbetrieb
Herd und Backofenunbeaufsichtigte Wärmealle Bedienelemente auf Aus stellenneinKochfeld frei und Schalter aus
Heizlüfter oder RadiatorHitze nahe brennbaren Dingen, hohe Leistungausschalten und sicher aussteckenneinfreier Standort, unbeschädigtes Kabel
Elektrowerkzeugunerwartete Bewegungausschalten und aussteckenneinSchalter aus, Arbeitsbereich frei
Wasch-, Trocken- oder SpülgerätFortsetzung eines Programms, Wärme oder Wassernormal ausschalten, Anleitung beachtengeräteabhängigkein Wasseraustritt, Geruch oder Schaden
Kühlschrank oder GefriergerätVerlust der Kühlfunktion bei Trennunggeschlossen lassengewöhnlich jaäußerer Zustand, normale Betriebsanzeige
Medizinisches GerätUnterbrechung notwendiger Versorgungpersönlichen Notfallplan anwendenindividuell festgelegtnach medizinischem und technischem Plan

Der Plan sollte dort aufbewahrt werden, wo auch eine Taschenlampe erreichbar ist. Haushaltsmitglieder müssen nicht jedes Gerät technisch verstehen. Sie sollten aber wissen, welche Geräte Vorrang haben und welche Versorgung nicht eigenmächtig unterbrochen werden darf.

Die Stromrückkehr kontrolliert begleiten

Eine einzelne geeignete Leuchte kann eingeschaltet bleiben, damit die Rückkehr der Versorgung erkennbar wird. Wärmegeräte, Werkzeuge und andere gefährliche Verbraucher eignen sich dafür nicht.

Ist der Strom wieder da, sollten Geräte nicht alle gleichzeitig zugeschaltet werden. Zuerst wird geprüft, ob Rauch, Brandgeruch, ungewöhnliche Geräusche, Funken, Feuchtigkeit oder sichtbare Schäden auffallen. Wärmegeräte und Geräte mit beweglichen Teilen müssen weiterhin ausgeschaltet sein.

Danach können notwendige, dafür vorgesehene Dauergeräte und weitere Verbraucher schrittweise wieder in Betrieb genommen werden. Maßgeblich bleiben ihre Herstellerangaben. Empfindliche Elektronik wird erst wieder verbunden, wenn die Versorgung erkennbar stabil ist. Eine allgemeingültige Wartezeit gibt es dafür nicht.

Startet ein Gerät unerwartet, wird nur ein gefahrlos erreichbarer normaler Schalter oder Stecker benutzt. Niemand greift in bewegte Teile oder öffnet ein Gehäuse. Bei Rauch, Feuer oder akuter Stromschlaggefahr stehen Abstand, das Verlassen des Gefahrenbereichs und der Notruf 112 im Vordergrund.

Geräte oder Anlagen, die nass geworden sind, unter Wasser standen oder sichtbar beschädigt wurden, dürfen nicht probeweise eingeschaltet werden. Das gilt auch dann, wenn die übrige Stromversorgung wieder funktioniert. Sie benötigen vor der Wiederinbetriebnahme eine fachliche Prüfung.

Elektrisches Abschalten löst keine Risiken von Ersatzgeräten

Das Unterbrechen elektrischer Geräte erzeugt selbst kein Kohlenmonoxid. Ein Kohlenmonoxidrisiko kann jedoch entstehen, wenn während des Ausfalls ungeeignete Verbrennungsgeräte zum Kochen, Heizen oder zur Stromerzeugung eingesetzt werden.

Grills und Stromerzeuger gehören nicht in Wohnungen, Häuser, Keller oder Garagen. Ein geöffnetes Fenster macht ein für außen bestimmtes Gerät nicht innenraumgeeignet. Auch ein CO-Warnmelder ersetzt keine Herstellerfreigabe, sichere Aufstellung oder Lüftung. Der Unterbrechungsplan sollte daher keine improvisierten Ersatzgeräte vorsehen.

Fragen zur eigenen Einordnung

  • Welche Geräte erzeugen Wärme und könnten beim Wiederkehren des Stroms weiterheizen?
  • Welche Werkzeuge oder Haushaltsgeräte können sich unerwartet bewegen?
  • Welche Programme könnten nach dem Ausfall selbstständig fortgesetzt werden?
  • Sind die normalen Ausschalter auch bei Dunkelheit auffindbar?
  • Welche Stecker sind ohne Verschieben von Möbeln oder Geräten erreichbar?
  • Welche Geräte müssen für Kühlung, Heizung, Kommunikation oder Tierhaltung angeschlossen bleiben?
  • Gibt es medizinisch notwendige Geräte mit einem abgestimmten Notfallplan?
  • Ist bekannt, wie jedes wichtige Gerät auf eine Stromunterbrechung reagiert?
  • Wer ist bei beschädigten Geräten, Gebäudetechnik oder fest angeschlossenen Anlagen zuständig?
  • Welche ungefährliche Leuchte zeigt an, dass die Versorgung zurückgekehrt ist?

Ein tragfähiger Unterbrechungsplan ist kurz und gerätebezogen. Er trennt gefährliche Wiederanläufe von bewusst benötigtem Automatikbetrieb. Dadurch bleibt die Stromrückkehr ein kontrollierter Vorgang, ohne dass Haushaltsmitglieder in elektrische Installationen eingreifen müssen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Vorsorge und Handeln bei Stromausfall Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
  2. Benutzung und Erhaltung elektrischer Produkte Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
  3. Vorsorge und Selbstschutz Feuerwehr Frankfurt am Main
  4. Tipps zur Stromabschaltung MVV Netze GmbH
  5. Elektrische Geräte und Anlagen bei Hochwasser und Überschwemmungen VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.
  6. Versorgungssicherheit VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.
  7. Elektrogeräte im Alltag Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik

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